Peter Scheller
Berater für Wirtschaftsprüfer, Rechtsanwälte, Steuer- und Unternehmensberater

„Wenn es knifflig wird.“

Steuerliche Pflichten von Deutschen in den USA

von Peter Scheller

Steuerliche Pflichten von Deutschen in den USA

Natürlich ist klar, dass deutsche Staatsbürger in den USA Einkommensteuererklärungen abgeben müssen, wenn sie dort wohnen und Einkünfte erzielen. Schon weniger bekannt ist die Tatsache, dass sie auch dann US-Steuererklärungen abzugeben haben, wenn sie in Deutschland ansässig sind aber gewisse Einkünfte aus amerikanischen Quellen beziehen. Wenigen Deutschen ist bewusst, dass sie US-Steuererklärungen abgeben müssen, wenn sie eine Daueraufenthaltsberechtigung in den USA haben (sog. Green Card Holder). Das gilt auch dann, wenn sie sich überhaupt nicht in den USA aufhalten und auch keine wesentlichen Einnahmen aus US-Quellen beziehen. Die Nichtbeachtung dieser Verpflichtung kann mit empfindlichen Strafen belegt werden.

Im Einzelnen ist folgendes für deutsche Staatsangehörige zu beachten

  • Ein nicht in den USA ansässiger Staatsbürger muss seine US-Steuererklärung bis zum 15. Juni des Folgejahres abgeben, es sei denn, er erzielt aus dem USA stammende Gehaltseinkünfte. Dann beträgt die Abgabefrist den 15. April des Folgejahres. Fristverlängerung können auf amtlichen Vordruck beantragt werden. Aber Achtung: Steuerzahlungen sind unabhängig von der Erklärungsfrist bis zum 15. April zu leisten. Notfalls sind diese zu schätzen und an den amerikanischen Fiskus zu zahlen.
  • Die Steuerzahlungen sind grundsätzlich in US-$ zu machen.
  • Green Card Holder, die keine US-Steuererklärungen abgegeben haben, sollten Folgendes tun. Es sollten US-Steuererklärungen für das laufende Jahr und mindestens die vorangegangenen zwei Jahre abgegeben werden. Möglicherweise sollte man auch weiter zurückgehen. Man sollte sich in solchen Fällen auf jeden Fall eines im US-Steuerrecht versierten Beraters bedienen.
  • Deutsche Staatsbürger ohne Ansässigkeit in den USA, die Einkünfte aus Immobilienvermögen beziehen, das in den USA belegen ist, müssen diese in den USA versteuern. Dies gilt auch dann, wenn die Immobilien durch eine Partnerschaft gehalten werden oder durch eine US-Kapitalgesellschaft (z.B. eine LLC), für das durch das so genannte Check-the-box-Verfahren zu einer transparenten Besteuerung optiert wurde. Für Gewinne aus der Besteuerung von Immobilien gelten besondere Bestimmungen. In diesen Fällen sind deutsche Staatsbürger verpflichtet, Steuererklärungen für die Bundessteuer (Federal Tax) und die Steuer das Staates, in dem das Grundvermögen liegt (State Tax) abgeben. Für Partnerships und Kapitalgesellschaften, für die optiert wurde, sind darüber hinaus gesonderte Steuererklärungen abzugeben. Unter Umständen kann man bei direkt gehaltenen Immobilien auch eine 30-prozentige Quellensteuer auf die Mieteinnahmen wählen. Dann entfällt die Verpflichtung zur Abgabe einer US-Steuererklärung.
  • Deutsche Staatsbürger ohne Ansässigkeit in den USA müssen aus den USA stammende Zinsen aus Bankeinlagen, Giro- und Sparkonten, Einlagezertifikaten sowie Einlagen bei Kreditgenossenschaften und Bausparkassen in den USA nicht besteuern. US-Steuererklärungen sind nicht abzugeben. Wurde fälschlicherweise eine Quellensteuer in den USA einbehalten, kann man sich diese erstatten lassen. Allerdings sollten in Deutschland Ansässige – und zwar egal welcher Nationalität –  nicht vergessen, diese Einkünfte in ihrer deutschen Einkommensteuererklärung anzugeben.
  • Deutsche Staatsbürger, die von ihrem Arbeitgeber in die USA entsendet werden, müssen eine Vielzahl steuerlicher und sozialversicherungsrechtlicher Fragen sowohl in Deutschland als auch den USA klären. Die Darstellung aller der zum Teil sehr komplexen Fragestellungen würde den Umfang dieses Beitrages sprengen.
  • Für die Abgabe von Erklärungen und das Stellen bestimmter Anträge benötigen auch nicht in den USA ansässige Deutsche eine persönliche Steuernummer (ITIN).

Weitere Informationen erhält man auch auf der Website der US-Konsulate. Die
US-Steuerbehörde IRS (Internal Revenue Service) unterhält eine Zweigstelle im
Generalkonsulat Frankfurt.

Und noch etwas zu den Deutschen, die in den USA Steuererklärungen abgeben müssen, ohne dort ansässig zu sein. Sie dürfen nicht erschrecken, wenn sie offiziell nonresident aliens genannt werden. Das ist der offizielle Terminus Technikus und hat mit dem gleichnamigen Film nichts zu tun.

Autor: Peter Scheller, Steuerberater – Master of International Taxation

Bildquelle: www.fotalia.com

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