Steuerliche Änderungen 2025/2026: Was Expats aus den USA und UK in Deutschland wissen sollten
von Peter Scheller (Kommentare: 0)
Wer aus den USA oder dem Vereinigten Königreich nach Deutschland zieht oder hier bereits unbeschränkt steuerpflichtig ist, bemerkt schnell. Kleine Gesetzesänderungen können in Summe große Wirkung entfalten – insbesondere bei Arbeit (einschließlich Homeoffice) und Altersvorsorge. Folgende geplante oder durchgeführte Gesetzesänderungen können für Expatriates von Bedeutung sein.
Altersreformgesetz
Das Altersvorsorgereformgesetz ist als Vereinfachungsreform der staatlich geförderten privaten Altersvorsorge angelegt. Im Fokus stehen ein leichter verständliches Fördermodell (unter anderem bei der Zulagenstruktur), weniger Bürokratie sowie Anpassungen rund um die Eigenheimrente. Für Expats ist das besonders dann interessant, wenn in Deutschland erstmals eine geförderte private Vorsorge aufgebaut werden soll oder wenn bestehende Verträge aus einer früheren Beschäftigungsphase in Deutschland fortgeführt und ggf. in einen anderen Förderform überführt werden sollen.
Aktivrentengesetz
Nach dem beschlossenen Aktivrentengesetz sollen sozialversicherungspflichtige Einnahmen aus nichtselbständiger Arbeit nach Erreichen der Regelaltersgrenze bis zu 2.000 € pro Monat steuerfrei bleiben. Das kann für internationale Fachkräfte relevant werden, die nach dem Rentenalter weiterarbeiten (z.B. Projektverlängerungen, Teilzeitbeschäftigung, Beratung im Angestelltenverhältnis).
Steueränderungsgesetz 2025
Ebenfalls beschlossen ist das Steueränderungsgesetz 2025 mit praxisnahen Regelungen, die Expats häufig direkt spüren. Die Homeoffice-Pauschale wird entfristet und die Entfernungspauschale werden angepasst. Für viele Zuzugsfälle aus USA und Großbritannien – oft geprägt von hybriden Arbeitsmodellen und wechselnden Tätigkeitsstätten – sind das Möglichkeiten in der deutschen Einkommensteuererklärung, weil sie regelmäßig die Werbungskosten spürbar beeinflussen.
Zweites Betriebsrentenstärkungsgesetz
Schließlich stärkt das Zweite Betriebsrentenstärkungsgesetz die freiwillige betriebliche Altersversorgung (bAV), unter anderem über Verbesserungen beim bAV-Förderbetrag. Die gilt insbesondere für niedrigere Einkommen, dynamisierte Grenzen und höhere Förderhöchstbeträge. Für Expats ist das vor allem bei Arbeitgeberwechseln oder beim Einstieg in den deutschen Arbeitsmarkt relevant. Oft ist die bAV der effizienteste Einstieg in eine deutsche Vorsorgestruktur, die auch wenn parallel noch US-/UK-Pensionspläne bestehen.
Fazit
Wer als Expat in Deutschland lebt, sollte diese Änderungen nicht isoliert betrachten: Entscheidend ist, wie Arbeitsmodell, Vorsorgeaufbau und Lebensphase zusammenwirken. Genau dort liegen in der Praxis die größten Gestaltungsspielräume. Hier gibt es aber auch die häufigsten Risiken durch „unerwartete“ Steuerfolgen.
Autor: Peter Scheller, Steuerberater, Master of International Taxation, Fachberater für Zölle und Verbrauchsteuern
Bildquelle: www.fotalia.com
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